Sonntag, 16. April 2017

Es war einmal... ein Baby-Quilt von Peter Rabbit



Wer von euch kennt noch den kleinen Hasen Peter? 

Die Erzählungen der Britin Helen Beatrix Potter (1866-1943) "Tales of Peter Rabbit" sind eines meiner großen Favoriten. Diese wundervollen und liebevollen Illustrationen sind einfach so schön, mit diesem wunderbaren britischen Charme.

Als ich auf einer Handarbeitsmesse damals den Bildchenstoff sah, konnte ich nicht daran vorbei gehen.

Dies ist mein ältester Quilt, der sich noch in meinem Besitz befindet (ich neige dazu meine Werke nie für mich, sonder meist für andere herzustellen und dann zu verschenken). 

Er ist 8 Jahre alt und somit fast ein halbes Jahr älter wie mein Sohn, für den ich diesen Quilt angefertigt habe. Er liebt ihn bis heute, obwohl er schon leicht verwurstelt, angeraut und gefleckt ist.
Wundervolle Babyjahre und Peter Rabbit war immer dabei.



Das Besondere an diesem Quilt ist, dass nur 2 Stoffe, von mir gekauft wurden. Der Bildchenstoff und ein Reststoff mit Schmetterlingen.

Der andere Stoff ist aus den Baumwoll-Hemden meines Mannes gemacht. Die Rückseite war ein blaues Leinenspanntuch meiner Großmutter.

Mein Stoffangebot war begrenzt. Deswegen haben die Blöckchen auch gar keine besondere Anordnung, denn ich musste genau das nehmen, was da war und wie es am Ende ein großes Ganzes gab.




Somit war dieser Quilt mein Debüt zum Thema Improvisation, eher nach dem Motto: schauen-wir- mal-wie-weit-wir-kommen und hoffentlich-reicht-der-Stoff.

Damals war ich überhaupt nicht sicher, was ich mit dem Plaid machen sollte und bis dato war ich mit dem Quilten eine absolut blutige Anfängerin. Deswegen habe ich nicht innen gequiltet.

Jetzt, 8 Jahre später, ist er mein absoluter Schatz, den ich wie einen Augapfel hüte. 

Habt ihr auch solche Schätzchen bei euch zu Hause? Erzählt mal!

Samstag, 15. April 2017

Burg Lichtenstein - ein Märchen wird Wirklichkeit








Ein ganz besonderes Kleinod findest Du auf der Schwäbischen Alb, nämlich die Burg Lichtenstein. 

Sie sieht zwar alt aus, ist es aber nicht. Denn so, wie die Burg auf den Bildern erscheint, könnte man denken, dass Sie im Mittelalter erbaut wurde... korrekterweise entstand diese Burg aber erst zwischen 1840-1842.

Die ursprüngliche Burg, auf deren Grundmauern das heutige Gebäude steht, wurde 1390, sie wurde jedoch aufgegeben und ein Blitzschlag war verantwortlich für die Aufgabe des Wiederaufbaus. 1802 wurde die Burg bis zu den Grundmauern abgetragen und ein Forst- und Jagdschlösschen entstand. 

Im Jahre 1837 erwarb Graf Wilhelm von Württemberg von seinem Vetter, dem König zu Württemberg dieses Kleinod.

Graf Wilhelm war ein großer Fan von Wilhelm Hauffs Roman "Lichtenstein", welcher 1826 publiziert wurde. Eine Heldensage mit mal mehr und mal weniger realen historischen Inhalten. Aber zu dieser Zeit ein unglaublicher Renner, fast so wie die Harry Potter Bücher.

Und dieses Buch inspirierte am Ende Graf Wilhelm eine Burg gemäß des Romans im Mittelalter-Stil zu erbauen. Ein Märchen, das Wirklichkeit wurde.


Es gibt regelmäßige Führungen durch die eigentliche Burg, die nur über die Brücke zugängig ist. 
Der Burgherr legte auf die Authentizität zum Mittelalter sehr viel Wert. Deswegen ist dieses kleine, aber feine Schlösschen so interessant zu besichtigen. 

Wahre Mittelalter-Fans gab es also schon damals. Und wer Lust hat auf eine Führung, der sollte sich diese nicht entgehen lassen.




Seinen Namen verdankt die Burg dem hellen Fels, der schwäbischen Alb, dem "lichten Stein".





Die Außenanlagen des Schlösschens. Die Grundmauern der alten Burg kann man sehr gut hier sehen.








Burg Lichtenstein ist bis zum heutigen Tage noch im Familienbesitz. Die Familie hat die Burg selbst als Museum freigegeben und wohnt im großen ehemaligen Gesindehaus/Forsthaus.

2009 wurde das Märchen Dornröschen auf Lichtenstein gedreht. Es war ein Teil der ARD-Verfilmung der Grimmschen Märchen. Weitere Drehorte des Films waren Burg Hohenzollern und das Freilichtmuseum Beuren.